Historikertag 2014

Die Sektion „Reich ist, wer Geld hat? Ökonomischer Gewinn und Verlust im Blick von Zeitgenossen und Forschung“, die auf dem Historikertag von einigen Mitgliedern des Arbeitskreises organisiert und bespielt wurde, traf auf reges Interesse. Über 100 Teilnehmer verfolgten die Vorträge. Sektionsbericht auf H-Soz-Kult.

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vl.: Prof. Dr. Hiram Kümper (Mannheim), Dr. Heiner Lang (Bamberg), Angela Huang PhD (Kopenhagen), Dr. Ulla Kypta (Frankfurt), Dr. des. Tanja Skambraks (Mannheim), Dr. Christian Scholl (Münster), Dr. des. Nils Bock (Münster); es fehlt: Dr. Julia Bruch (Köln).

Mitglieder des Arbeitskreis auf dem Historikertag 2014!

Einige Mitglieder des Arbeitskreises Mittelalterliche Wirtschaftsgeschichte haben sich mit weiteren WirtschaftshistorikerInnen zusammengeschlossen und eine Sektion für den Historikertag 2014 vorgeschlagen. Der VHD hat beschieden, dass wir unsere Ideen in Göttingen vorstellen können.

Zeitpunkt: 25. September 2014, 9:15-13:00 Uhr
Ort: ZHG 002
Das Sektionsprogramm sieht folgendermaßen aus:

Reich ist, wer Geld hat? Ökonomischer Gewinn und Verlust im Blick von Zeitgenossen und Forschung

Moderation: Hiram Kümper (Mannheim)

ReferentInnen und Vortragstitel:

Tanja Skambraks (Mannheim): Die Montes Pietatis. Eine Erfolgsgeschichte des vormodernen Kreditwesens?

Christian Scholl (Münster): Gewinner und Verlierer im jüdischen Geldhandel des späten Mittelalters.

Nils Bock (Münster): Wucherer, Enteignung und finanzielle Sanierung. Philipp IV. von Frankreich und die italienischen Kaufleute

Julia Bruch (Köln): Der Reichtum der Zisterzienser im Spätmittelalter. Klöster als ökonomische Gewinner und moralische Verlierer?

Ulla Kypta (Frankfurt am Main): Hierarchie und Netzwerke: Erfolgsstrategien ober- und niederdeutscher Kaufleute.

Angela Huang (London): Die Hanse im 15. Jahrhundert: Ein Netzwerk von Gewinnern?

Heinrich Lang (Bamberg): Transalpin operierende Handelsgesellschaften als Verliererinnen? Geschäftliche Transferbeziehungen italienischer und süddeutscher Kaufmannbankiers während des Dreißigjährigen Kriegs.

Abstract:
Unsere Sektion möchte an verschiedenen Beispielen aus der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte zeigen, dass aus wirtschaftshistorischer Perspektive nicht ohne weiteres beurteilt werden kann, wer zu Gewinnern, wer zu Verlierern ökonomischer Prozesse zählt. Ein Blick in die Quellen zeigt häufig, dass die Bewertungen der Forschung zu undifferenziert ausfallen. Anhand verschiedener Fallstudien soll das Geflecht der Selbstwahrnehmung und der retrospektiven Zuschreibung ökonomischer Gewinner und Verlierer gleichermaßen in den Blick genommen werden. Die Analyse verschiedener Akteursgruppen der Bereiche Kreditwesen, Kloster und Handel (die Pfandleihe der Monti di Pietà, jüdischer Geldhandel, das Verhältnis italienischer Kaufleute zum französischen König, Frauenklöster der Zisterzienser, Hierarchien und Netzwerke niederdeutscher Kaufleute, die Hanse im 15. Jh. und transalpin operierende Handelsgesellschaften der frühen Neuzeit) verspricht ein facettenreiches Bild von Deutungsmustern und Beurteilungsmaßstäben zeitgenössischer sowie historischer Urteile. Die Referate ermöglichen somit einen multiperspektivischen Blick auf die komplexen Realitäten des Wirtschaftens in der Vormoderne.

English Version:
Who were the winners, who the losers in the medieval and early modern economic landscape? How were certain institutions and groups involved in and profiting from economic processes judged by their contemporaries? How have they been perceived by historians throughout the centuries? By analysing the role and perceptions of the Italian Monti di Pietà, Jewish moneylenders, Italian bankers dealing with the French crown, female members of the Cistercian Order, networks and hierarchies of merchants from Lower Germany, the Hanse in the 15th century as well as early modern trading companies from Germany and Italy, the session will focus on the complex realities of premodern economy. Thus we hope to provide a multifaceted picture of patterns of interpretation and means of judgement from the past and present.